„Aufgewachsen in einer international sehr verzweigten Familie, hat mich die weite Welt immer schon gelockt“, so Therese Plappart, „Noch während der Schulzeit habe ich ein Praktikum in Frankreich absolviert (1988), was damals noch lange nicht üblich war. Aber wie weit ich einmal komme und wie hilfreich die internationale Ausbildung und die vermittelten Werte dabei sein werden – das hatte ich nicht vermutet.“

Hotellerie-Erfahrungen in Wien, Baden und der Schweiz

„Nach der Matura begann ich erst mal in der gehobenen Hotellerie in Wien, Stationen dabei waren Restaurant, Bankett-Verkauf, F&B-Assistentin, und Einkauf. Nach einem dreiviertel Jahr in der Schweiz kam ich zurück und absolvierte den Universitätslehrgang für Tourismus an der WU Wien, nebenbei wieder Hotellerie und Eröffnung des „Locatelli-Kellers“ (Heuriger im Weinviertel).

1998 lernte ich meinen Mann Alexander kennen und als er mich fragte, ob ich nach unserer Hochzeit auch bereit wäre für 3-4 Jahre mit ihm ins Ausland zu gehen – Paris stand im Raum – habe ich sofort „JA“ gesagt. Aus 3 Jahren wurden beinahe 6, als jung verheiratetes Paar gingen wir weg – mit 4 Kindern kamen wir zurück. Nach ein paar Jahren in Wien folgten Moskau und nun sind wir seit 3 Jahren in Algier.

Die HLF hat mir beigebracht, was nun im Alltag zu meinen Aufgaben als Ehefrau & Mutter zählt: Ich unterstütze meinen Mann bei repräsentativen Tätigkeiten im diplomatischen Corps: Empfänge und Einladungen stehen an der Tagesordnung, dabei hilft mir die Sprachausbildung sehr.

Wenn wir Gäste bei uns zu Hause empfangen, so koche ich meistens selbst – nach Möglichkeit typisch österreichische Küche mit entsprechender Weinbegleitung. Also Menüs planen, Einkaufen, Getränke bestellen, Tische decken & dekorieren, Sitzordnung erstellen, ev. mit Caterer verhandeln, … all das fällt mir aufgrund der Ausbildung natürlich leichter.“

Internationales Leben: wöchentlich eine kleine Weltreise

„Dieses Leben ist aufregend und spannend, fast wöchentlich eine kleine Weltreise, wenn wir zum Beispiel Montag mit Indern, Mittwoch mit Chilenen und Freitag mit Norwegern zusammentreffen und uns austauschen. Aber manchmal kommt auch die Sehnsucht nach einem stabilen Leben in der Heimat. Dann motiviere ich mich mit meinen Hobbys und denke mir, dass ich nicht so viel Zeit für mich hätte, wären wir in Wien: als kreativer Mensch suche ich immer nach neuen Tätigkeiten. In Paris habe ich Porzellan malen gelernt, in Moskau das Gestalten von künstlichen Blumen, hier in Algier beschäftige ich mit der Blumenbinderei – und kreiere meine Tischdekoration zumeist selbst. Nebenbei bin ich Mitglied in internationalen Vereinen und versuche mich hier nach besten Möglichkeiten einzubringen.

Die Familie steht aber immer im Mittelpunkt, unsere Kinder begleiten uns wohin wir übersiedeln: internationale Schulen machen das möglich. Ich sorge dann immer erst dafür, dass es der Familie gut geht: die Kinder müssen neue Freunde finden, in Sportprogramme eingetragen werden, …  Mittlerweile sind nur noch 2 Kinder mit uns mit – unser Ältester hat am Lycee in Algier vergangenen Juni maturiert. Unser Zweitältester hat gerade die 4. Klasse an der HLF Krems begonnen und fühlt sich hier so wohl wie ich zu meiner Zeit.“

Liebe Grüße aus der Ferne, Therese Plappart

Text und Fotos: Therese Plappart

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Therese Plappart (geb. Freudenthal)
HLF Krems (5 Jahre), Abschluss 1989, Klassenvorstand Mag. Otto Kern

plappart@plappart.at