Eines der größten Kriegsgefangenenlager des Dritten Reiches – das Kriegsgefangenen-Mannschaftsstammlager (Stalag) XVII B – wurde am 26. Oktober 1939 offiziell eröffnet. Heute ist dort kaum etwas davon zu sehen. Fragezeichen, Installationen vom Künstler Christian Gmeiner, machen auf dem Gelände darauf aufmerksam.

Prof. Mag. Dr. Robert Streibel, Historiker und bekannter Autor, begab sich mit der damaligen 4CHLT (jetzt 5CHLT) in Gneixendorf auf Spurensuche. Das Interesse war geweckt: Schüler/Schülerinnen der HLF Krems geben dieser Erinnerung jetzt Raum. Im Rahmen einer Diplomarbeit und in Zusammenarbeit mit Kulturkontakt entwickelten Helene Moser, Victoria Teuschl, Xaver Heigl und Sebastian Siebenhandl unterschiedliche Aspekte des Wieder-Sichtbarwerdens vom Stalag XVII B.

Mobiles Erinnern & QR Code

Gemeinsam mit Prof. MMag. Christian Gmeiner in Zusammenarbeit mit dem Sozialpädagogen VE Gerald Knobloch wurde ein mobiles Kunstobjekt kreiert und gebaut. Darauf abgebildet sind Angaben zum Lager, seiner Geschichte und die der Kriegsgefangenen. Diese wurden aus rassen-ideologischen Gründen je nach Herkunftsland unterschiedlich behandelt. Das sogenannte ‚Russenwaldl‘ (‚Waldfriedhof‘) im Bereich des heutigen Flugplatzes gibt indirekt Auskunft darüber.  Infos sind via QR Code auf Handy jederzeit abrufbar.

Digitales Erinnern

Mit Hilfe von historypin, einer App, die öffentlich zugänglich ist, wurde eine Tour erstellt (historypin.at – Gneixendorf – Tour to Stalag XVIIB Krems-Gneixendorf). Originalfotos und Erläuterungen dazu vermitteln einen Eindruck vom Lageraufbau, vom Leben der Kriegsgefangenen und deren Kontakt zur regionalen Bevölkerung, wenn sie Arbeitsdienst leisteten.

Mobile Installation

Nach Präsentation vor beeindrucktem Publikum im Seminarraum der HLF geht das mobile Objekt auf Wanderschaft: Am 26.10. 2019 ist es in der Volkshochschule Krems zu sehen, Mitte November im Haus der Geschichte in St. Pölten.  Zu den INFO-Tagen, am 22. und 23. 11., wird es von Schülern/Schülerinnen an der HLF Krems kommentiert.