„Meine Schulzeit liegt doch schon lange zurück, trotzdem denke ich sehr gerne an die Jahre an der HLF Krems. Wir hatten eine wirklich lustige, unbeschwerte Zeit – geblieben sind für mich die Menschen, die diese Zeit geprägt haben. Ich höre heute noch die Fachlehrer Stöger und Gruber (mit Augenzwinkern) über die Gänge schreien, sehe FL Stiglbrunner gemütlich und grinsend vor mir gehen, höre die Erzieherinnen Waldbauer und Pichler aus der Teeküche lachen, die Gebrüder Iser ihre Geschichten aus Deutschland erzählen usw.. Es sind Freundschaften für das Leben entstanden, mit denen ich immer noch Kontakt habe; einige sind nicht mehr unter uns, die ich sehr vermisse: Eveline Kantner, mit der ich mir extern ein Zimmer teilte, ist bald nach der Schulzeit tödlich verunglückt, leider ist auch Paul Gruber, den ich sehr geschätzt habe, schon verstorben. Ich bin unendlich dankbar, dass sie Teil meines Lebens geworden sind.

Gelernt habe ich vor allem für mein Leben – wie Respekt oder Teamfähigkeit. Natürlich haben wir auch theoretisches und praktisches Wissen vermittelt bekommen. Leistung war immer erforderlich, im Nachhinein betrachtet hatten wir aber recht, dass wir diesem Lernen nicht unsere volle Aufmerksamkeit gewidmet haben. Wer kennt heute noch Steno, wer braucht das Weingesetz vor dem Weinskandal? Mit Professor Siedl sind wir um einen PC gesessen, er hat versucht uns MS Dos zu erklären und jeder durfte einmal die Taste dieses Wunderdings drücken – nur ein Beispiel, wie sich die Welt seither verändert hat.“

Marketing für Hotel und Banken

„Nach der Schule habe ich im Hotel Ambassador ***** in Wien im Direktionsbüro zu arbeiten begonnen, bald wurde mir der Bereich Marketing überantwortet. Da ich keine Ahnung hatte, was dabei zu tun ist und auch im Hotel niemand eine Ahnung hatte (!), entschloss ich mich zu einem berufsbegleitenden, 2-jährigen Lehrgang für Marketing und Export. So bin ich eigentlich zufällig in diesem Bereich gelandet – und geblieben. Anschließend war ich beim französischen Konzern Moulinex, später wechselte ich als Marketingleiterin zur Volksbank NÖ Mitte.

Nach Jahren in Wien siedelten sich mein Mann und ich wieder in meinem Heimatort an, neben meinen drei Kindern arbeitete ich zuerst bei der NÖ Hypo Bank, später beim Katholischen Bildungswerk der Diözese St. Pölten.“

Jetzt eigenes Büro für Public Relations (PR)

„Der Kommunikationsbereich ist geprägt von einem besonders starken Wandel. Mittlerweile hatte ich mich eher im Bereich Öffentlichkeitsarbeit spezialisiert, mit einer weiteren Ausbildung an der Donau Uni Krems war der Weg in die Selbstständigkeit klar. Seit 2012 biete ich als Agentur mit Büro in Melk PR und Unternehmenskommunikation für kleinere und mittlere Unternehmen an. Ich unterstütze sie dabei, ihre Beziehungen zu deren Anspruchsgruppen aufzubauen und zu gestalten. Schön ist es, KundInnen dauerhaft begleiten zu können, da PR grundsätzlich nur langfristig wirken; aber ich stehe genauso für einzelne Aktivitäten beratend und ausführend zur Verfügung. Zu meinen Kernkompetenzen zählt die Pressearbeit, die ich zB für den koreanischen Automobilhersteller SsangYong in Österreich oder für die NÖ Landesinnungen der Metalltechniker, der Mechatroniker und der Elektrotechniker machen darf. Sehr gerne übernehme ich auch Websites – egal ob neue oder bestehende, die zu überarbeiten sind. Ich konzipiere, schreibe Texte, die natürlich suchmaschinenoptimiert sind, arbeite direkt in die unterschiedlichsten CMS-Systeme ein; für Layouts oder Programmierung habe ich professionelle PartnerInnen an meiner Seite.“

Mediendesignerin, Kultur und Familie

„Im vergangenen Jahr habe ich noch eine Ausbildung zur Mediendesignerin absolviert – Lernen hört nie auf! Daran habe ich auch Freude und Spaß, ich bin neugierig, mich interessieren tausend Themen – und die Menschen. Zuhören und verstehen ist ein wesentlicher Teil meiner Arbeit. Schließlich spricht man von gelungener Kommunikation nur dann, wenn der ANDERE verstanden hat, was ich gemeint habe. Die Kunst liegt darin, kurz und prägnant seine Botschaften zu formulieren und damit Aufmerksamkeit bei der Zielgruppe zu erreichen.

Zu meinen vielen Interessen gehört auch die Kultur, heuer wurde ich zur Präsidentin des Vereines der Freunde der Festspiele Melk gewählt – die Anfrage kam für mich unerwartet, mit großer Freude übernahm ich die Aufgabe. 

Meine Kinder sind das Wichtigste in meinem Leben, doch sie gehen mittlerweile (fast) ihre eigenen Wege. Adrian studiert in Wien, Raphael geht in die HLF Krems, Clemens noch in die Unterstufe. Möglich, dass auch ich mich später beruflich nochmals verändere, vielleicht wird es ja doch noch ein eigenes Lokal, mit dem ich nach wie vor liebäugle …  

„Worte sind schön, aber Hühner legen Eier (afrikanisches Sprichwort)“

Text: Hermann Paschinger & Doris Bracher, Fotos: Doris Bracher

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Doris Bracher (Hiesberger), Akademische PR-Beraterin
HF Krems (3 Jahre), Abschluss 1987 – Klassenvorstand FL Paul Gruber

3382 Loosdorf, Lochaustraße 3
T 0650 290 3670
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